Ableger?? Schwarm?? Flugling!!

Die schwärmenden Bienen sind glaube ich eines der meist diskutierten Themen in der Imkerei. In den alten Überlieferungen stellte der ausziehende Bienenschwarm die aus dem Körper entweichende und neu inkarnierende Seele dar und verhalf der Biene dadurch zur Rolle der Seelenführerin. In der modernen Imkerei dagegen ist der ausziehende Bienenschwarm ein auf jeden Fall zu verhindernder Verlust. Nicht nur weil durch das Schwärmen wertvoller Honig verbraucht wird, sondern natürlich auch weil Schwärme oft schwer eingefangen werden können beziehungsweise in unserer heutigen Natur kaum alleine überlebensfähig sind. Also sind Methoden zur Schwarmverhinderung bei Imkern hoch angesehen. Doch erweist man den Bienen und der Natur damit wirklich einen guten Dienst? Früher wurde den Königinnen einfach die Flügel gestutzt, sodass sie flugunfähig waren und den Stock nicht verlassen konnten. Eine wirksame aber meiner Meinung nach grausame Methode. Heute ist es üblich, das Brutnest auseinander zu reißen, um damit Ableger zu bilden, bevor die Bienen abschwärmen. Eine etwas sinnvollere aber genauso wenig natürliche Lösung. Welchen Weg soll man also als verantwortungsvoller Imker gehen, wenn einem das Wohl der Bienen am Herzen liegt? Ich habe für mich eine Methode gefunden, die anscheinend gut funktioniert, total einfach ist und den natürlichen Schwarm imitiert, ohne die Gefahr des Schwärmens in Kauf nehmen zu müssen. Die Lösung heißt Flugling. Bei der Bildung eines Fluglings werden wie bei der Bildung eines Ablegers ein bis zwei Brutwaben des Muttervolkes entnommen und in einen Ablegerkasten gehängt. Der Ablegerkasten jedoch wird jetzt nicht kilometerweit weg gefahren, um die Bienen von ihrem alten Standort zu entwöhnen, sondern genau an diesen alten Standort gestellt, also dahin, wo vorher das Muttervolk stand. Dieses wird stattdessen an einem neuen Standort aufgestellt, der überhaupt nicht weit weg sein muss. Ich habe sie einen Meter vom ursprünglichen Ort neu aufgestellt und die Richtung des Flugloches um 90° verdreht. Was passiert jetzt? Die flugfähigen Altbienen verlassen wie gewöhnlich den Stock um Nektar und Pollen zu sammeln und kehren zu dem Standort zurück, an dem bisher das Muttervolk stand, jetzt aber der Ablegerkasten auf sie wartet. Wie beim natürlichen Schwarm findet also die Trennung der flugfähigen Altbienen von den Jungbienen statt, die im Muttervolk verblieben und die verbliebene Brut versorgen. Wie beim natürlichen Schwarm aktivieren die Altbienen ihre sämtlichen ausgebildeten Drüsen wieder, um neue Waben zu bauen und die Brut des Ablegers zu versorgen. Es werden also zusätzliche Rähmchen zum Ausbau in Muttervolk und Ableger gehängt. Ich habe sogar gewartet, bis die Weiselzellen im Muttervolk verdeckelt waren, um eine vollwertige Jungkönigin aufzuziehen. Diese wird aus dem Bewusstsein der Fülle und des Überflusses heraus geschaffen und nicht aus dem Überlebenskampf des Volkes, das eine Larve, die eigentlich als Arbeiterin gedacht war, zur Königin umerzieht, um nicht zugrunde zu gehen. Bei diesem Vorgang hilft die 3 – 5 – 8 Regel, die bei guter Beobachtung des Volkes einfach anzuwenden ist. Drei Tage nach dem Legen schlüpft die Larve der Jungkönigin aus dem Ei, die dann fünf Tage mit Gelee Royal gefüttert wird. Am fünften Tag wird die Zelle dann verdeckelt. Innerhalb der folgenden acht Tage würde jetzt der Schwarm abgehen. Wer also den richtigen Zeitpunkt erwischt, wenn die Weiselzelle gerade verdeckelt ist, um an dem Tag den Flugling zu bilden, verhindert zuverlässig das Abschwärmen und erhält dennoch eine absolut natürliche und starke Jung- oder Schwarmkönigin. Dabei sollte dann noch die ursprüngliche Stockmutter mit in den Flugling umziehen, um das Schwarmgeschehen perfekt zu imitieren und zwei vollwertige neue Völker zu erhalten. Diese Methode finde ich so elegant wie einfach, die natürlichen Vorgänge bleiben im Ansatz erhalten und das Bewusstsein der Fülle und Fruchtbarkeit der Natur kann sich wieder manifestieren und ausbreiten. Bienen bilden als Bindeglied zwischen Tieren und Pflanzen die Grundlage unserer Ernährung und damit unserer Gesundheit und unseres Seins. Daher sollten wir mit ganz besonderer Aufmerksamkeit unser Handeln in Bezug auf das Wohlergehen der Bienen ausrichten und immer wieder hinterfragen, was sinnvoll oder überholt ist. Die ganze vegane Bewegung erscheint hilflos, wenn Pflanzen von Wesen bestäubt werden, die nicht aus dem Bewusstsein der Liebe und des Gleichgewichts geboren sind sondern im Anbeginn ihres Seins Mangel und Furcht ums Überleben erfahren mussten. Vielleicht liegt hier sogar der Ursprung unserer menschlichen Probleme. Und vielleicht kann jeder Imker so mithelfen, eine ganz neue Welt der Liebe und Natürlichkeit zu kreieren. Ein Versuch ist es wert. Oder?

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